Mein Feuerabend im Herbst
Farbenspiel und Nebelschleier
Der Tag war grau und still, einer dieser typischen Herbsttage, an denen der Himmel tief hängt und die Luft nach feuchtem Laub riecht. Ich war lange unterwegs, durch Wälder voller Farben, wo sich Rot und Gold wie leuchtende Gedanken ins Dunkel mischen. Jetzt sitze ich am Fenster, eine Kerze brennt, draußen zieht Nebel über die Felder. Es ist, als hätte die Natur selbst beschlossen, leiser zu werden.
Ich streife die Jacke ab, hänge sie zum Trocknen und schütte mir einen heißen Apfeltee ein. Ein paar Kastanien liegen neben mir auf dem Tisch, gesammelt beim Spaziergang, glatt und glänzend wie kleine Erinnerungen. Die Welt draußen ruht, und ich ruhe mit ihr. Nichts drängt, nichts eilt.
Später lege ich Holz nach, das Feuer flammt kurz auf, taucht das Zimmer in warmes Orange. Es riecht nach Rauch und Harz – dieser Duft, der mich immer daran erinnert, warum ich den Herbst so liebe. Manchmal, in diesen Momenten, frage ich mich, ob Glück vielleicht genau das ist: Das leise Knistern im Hintergrund, die Hände um einen Becher gelegt, während draußen der Wind die Blätter tanzen lässt.
Mein Feuerabend im Herbst – ein Fest der Stille und der Farben, ein kleines Innehalten zwischen all den Tagen, die zu schnell vergehen.